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Red Dead Redemption: PC-Spieler warten seit 13 Jahren darauf

Eigentlich mag ich keine Folge-News, zur eigentlichen News, aber manchmal ist es notwendig. Nicht oft, aber manchmal.
In diesem Fall war es mir sogar ein wichtiges Anliegen, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann. – Seit einigen Monaten kursieren Gerüchte über ein mögliches Remaster/Remake zu Red Dead Redemption: PC-Spieler wurden hellhörig. Immerhin ist es eines der wenigen Spiele von Rockstar Games, die bisher dieser Plattform verwehrt blieben!

Heute hat Rockstar Games die frohe Botschaft verkündet, dass Red Dead Redemption gemeinsam mit Undead Nightmare für PS4 und Nintendo Switch “portiert” wird. Ein Spiel aus dem Jahr 2010. Ohne 60 FPS. Ohne aufgepeppter Grafik. Einfach eine Portierung. Und das für “schlappe” 49,99 Euro. Wow. Ich hab gleich einmal bei diversen Kleinanzeigen geschaut: In meiner Umgebung verkauft jemand Red Dead Redemption für die Xbox 360 um wahnsinnige 7 Euro. Sieben, ohne Versand! Wenn ich das Spiel, dank Abwärtskompatibilität der Xbox Series X, spiele, habe ich das Gleiche. Oder hab ich etwas übersehen? Ich glaube nicht. Das Wort “Portierung” wäre mir nämlich geläufig.

Red Dead Redemption erschien nie für den PC

Laut Marktanalysen (via Gamesindustry) gibt es weltweit 3,7 Milliarden “Gamer”. Also Menschen die regelmäßig Computer-Spiele spielen. Davon sind zwar “nur” 10 Prozent auf dem PC oder eine Konsole, aber immerhin reden wir von einem Potenzial mindestens 100 Millionen PC-Spielern. Oder wahrscheinlich mehr, weil eine andere Statistik aus dem Jahr 2021 sagt, dass es etwas mehr als 1,3 Milliarden PC- und Konsolen-Spieler gibt. Egal! Es gäbe ausreichend “Kundschaft” am PC-Markt.

Red Dead Redemption: Die PS4-Version. Nicht die PC-Version! – (C) Rockstar Games

Vielleicht ist die PC-Plattform für Rockstar Games auch einfach zu “klein”. Immerhin verkaufte sich die Nintendo Switch bisher 129,53 Millionen Mal. Die PS4 immerhin noch 117,05 Millionen Mal. Mit den Xbox-Spielern macht man kein Geld, die können sich die Xbox 360-Version des Spiels holen. Für 7 Euro (oder etwas mehr für den Versand obendrauf). Eine “genaue” Zahl der PC-Spieler lässt sich nicht finden. Und damit meine ich nicht jene, die Minesweeper oder Solitär jemals einmal aufgedreht haben. Auch egal?

Woran könnte eine PC-Portierung bei Rockstar Games gescheitert sein?

  1. Zeitliche und finanzielle Ressourcen: Auch diese “Themen” kann man irgendwie ausschließen. Ich denke nicht, dass eine PC-Portierung von Red Dead Redemption sich nicht finanziell “ausgezahlt” hätte. Ich hab jetzt zwar nicht mit dem Finanzchef des Publishers von Rockstar Games gesprochen, aber verglichen mit anderen Spielen kommen PC-Versionen schon gut an. Habe ich gehört…
  2. Eine Konsolen-Exklusivität kann man ebenso ausschließen. Das Spiel erschien damals für Xbox 360 und PS3. Nun auch – ab 17. August 2023 – für die Nintendo Switch. Zur Abwechslung hat sich keiner unbeliebt gemacht.
  3. Gab es zu viele technische Herausforderungen? Immerhin reden wir hier von einem Open World-Spiel. Gut, davon gebe es einige. Also nicht wirklich eine Ausrede. Allerdings könnten die unterschiedlichen Hardware- und Softwarekonfigurationen für die PC-Plattform durchaus als zu große Hürde angesehen worden sein. Allerdings ist auch diese Ausrede nicht stimmig. GTA 4 verwendete ebenfalls die RAGE-Engine und erschien 2008 – zeitgleich mit den Konsolen-Versionen, einschließlich für PC. An der Engine dürfte es nicht liegen: L.A. Noire erschien 2011, also ein Jahr später als RDR, zwar mit einer modifizierten Version der Engine, aber es erschien für PC.
  4. Die Ausrede, den ich wirklich abkaufen würde: Ein Mitarbeiter hat 2 Liter brennheißen Kaffee mit “festbrennenden Zucker” über die Festplatte geschüttet, auf der die fertige PC-Version enthalten war. Die Festplatte hat sich dadurch wie durch Zauberhand karamellisiert und war unbrauchbar. Nicht einmal der Praktikant konnte sie noch retten. Und da sich niemand die Arbeit machen wollte, von vorne anzufangen, hat man einfach so getan, als wäre nichts gewesen und auf die PC-Portierung verzichtet.
  5. Wir leben in einem Spiegeluniversum! In der Firmenzentrale von Rockstar Games wurde die PC-Version von Red Dead Redemption gemeinsam mit der PS3- und Xbox 360-Version veröffentlicht. Nur eben dort. Wir sind im Spiegeluniversum. Bei uns gibt es diese Portierung nicht. Alles andere ist gleich.

RDR 2 und GTA 5 erschienen ein Jahr nach Konsolen-Release für PC

Warum eigentlich? Zwei weitere Rockstar-Titel, Red Dead Redemption 2 und Grand Theft Auto 5 wurden rund ein Jahr nach Konsolen-Veröffentlichung auch auf den PC “portiert”. Bei Red Dead Redemption hätte man auch die 13 Jahre hingenommen. Man hätte uns auch eine Remastered-Version verkaufen können, die halt ein bisserl besser ausgesehen hätte also die 2010er-Konsolenversion zum Start von Red Dead Redemption 2 für den PC.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber irgendwie kann ich es nicht mehr glauben, dass es jemals passieren wird. Ich würde mich nur freuen, wenn Rockstar Games sich bei GTA 6 anders entscheidet. Also einen Release für PS5, Xbox Series X/S und PC am gleichen Tag.

Red Dead Redemption erschien im Jahr 2010 für Xbox 360 und PlayStation 3 (PS3).

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